Viele wissen durch meinen Artikel, über meine Ausgaben in Australien, dass ich in einem Van gewohnt habe. Ich will euch die Wahrheit sagen. Ich habe keine Ahnung, ob wild campen allgemein erlaubt ist. Gern gesehen wird es immer weniger.

Wildcamping in Australien erlaubt?

Nun, mir ist kein Gesetz bekannt, das es verbietet in Australien wild zu campen. Backpacker sagen: Es ist überall dort erlaubt, wo keine Verbotsschilder stehen. Die Behörden und die Polizei sagen: Du kannst dort campen, wo ein Schild es dir ausdrücklich erlaubt. An wessen Aussage würdest du dich halten?

Das Resultat ist ein ewiges hin und her beider Parteien und Australien wird zunehmend strenger. Man muss ihnen doch aber ihre Großzügigkeit zugestehen. An jeder Ecke wird man von campenden Backpackern überrascht und manch mal findet man sogar einen im eigenen Vorgarten, weil er des Nachts den Zaun übersehen hat. Und kaum ein Australier beschwert sich. Viele grüßen einen noch mit einem Zwinkern und einem Lächeln im Gesicht. Das bleibt aber nur so wenn sich die Backpackerszene an ein paar unausgesprochene Regeln hält. Diese sorgen zum einen dafür, dass ihr selbst Spaß am Reisen habt und in keine Schwierigkeiten geratet. Zum andern ermöglichen sie auch zukünftigen Backpackergenerationen ein schönes Erlebnis. Vielleicht kommt ihr ja selbst noch einmal wieder. Da wollt ihr doch sicher wieder willkommen sein?

Die Sache ist die… Wer euch ans Bein pisst, den würdet ihr doch nicht nach Hause einladen oder? Genau. Nun wir Backpacker sitzen im Prinzip bereits im Wohnzimmer – metaphorisch gesehen – weil wir bereits im Land sind. Damit wir dort weiterhin gerne gesehen werden sollte es selbstverständlich sein, sich respektvoll und freundlich zu verhalten. Mein Appell also an euch; seid respektvoll und befolgt ein paar kleine Benimmregeln und ihr werdet auf offene Herzen stoßen und richtig coole Leute kennen lernen.  Dann können auch nachfolgende Generationen ihre Zeit in Downunder genießen.

Was hat das jetzt mit wild Campen zu tun? Sicherlich werdet ihr jetzt mir den Augen rollen, dass ich das nochmal sage 😉 aber nur Vollständigkeit halber. Benehmt ihr euch cool dann ist wild campen meist kein Thema – versteht ihr? Fühlen sich die Australier unwohl mit euch, dann ist wild campen ein großes NO NO.

Benimmregeln für Backpacker:

  1. Hinterlasst keinen Dreck! Ich kann es gar nicht genug betonen wie wichtig das ist. Hinterlasst den Menschen nichts außer gute Eindrücke und schöne Erinnerungen an euch.
  2. Verhaltet euch Kinderfreundlich! Benehmt euch immer so, dass Eltern vertrauensvoll ihre Kinder mit euch spielen lassen würden. Kein Scheiß! Als Eltern wollt ihr eure Kinder in Sicherheit wägen. Wenn rüpelhafte Backpacker in eurer Wohngegend hausen, dann würdet ihr sie so schnell wie möglich wieder loswerden wollen. Aber wenn coole, weltoffene Menschen auftauchen, die für eure Kinder keine Gefahr aber eine Lebensbereicherung darstellen wird man euch mit offenen Armen empfangen und nicht wieder gehen lassen wollen. Ich verlange natürlich nicht, dass ihr tatsächlich mit Kindern spielt. Aber ihr versteht sicherlich die Idee der Sicherheit und Familienfreundlichkeit dahinter.
  3. Zeigt Respekt und stellt euch vor. Ihr kommt an euren neuen Schlafort und es wohnen Menschen in der Nähe. Vielleicht steht ihr sogar vor jemandes Grundstück? Dann zeigt Respekt und stellt euch freundlich vor. Zeigt, dass ihr nette Menschen seid, von denen keine Gefahr ausgeht. Erklärt was ihr hier tut und wie lange ihr gerne hier bleiben wollt. Wann ihr wieder verschwindet, und vielleicht fragt ihr gleich noch ein paar touristische Fragen über die Gegend. Fragt, ob es ok wäre hier Nachts im Auto zu schlafen. (Übrigens habe ich gemerkt, dass das Wort “schlafen” besser ankommt, als “campen”, da es den Eindruck vermittelt kurzfristiger, unauffälliger zu sein und weniger Platz in Anspruch nimmt als Campen, wo meist viel Ausrüstung involviert ist)
  4. Achtet ein “Nein”! Wenn ihr euch vorstellt und um Erlaubnis fragt und man euch bittet an einem anderen Ort zu schlafen, dann tut das auch. Seid nicht verärgert sondern freut euch das man ehrlich mit euch war. Ihr seid schließlich nette Menschen und wollt niemanden verängstigen. So bekommt keiner Probleme mit der Polizei (die übrigens sehr nett sein kann) und ihr könnt an einem anderen schönen Ort euer Nachtlager aufschlagen.
  5. Fragt nach Auskunft. Anstatt zu fragen, ob ihr an dem Ort eurer Wahl campen dürft, könnt ihr auch einfach die Anwohner fragen, ob sie einen geeigneten Schlafplatz kennen und empfehlen können. Ihr erklärt wer ihr seid, was ihr tut und das ihr einfach ein ruhiges Plätzchen sucht… oder eben eure Vorstellungen eines Schlafplatzes. Vielleicht bekommt ihr ein erstaunliches Angebot mit dem ihr nicht gerechnet hättet.
  6. Im Busch aufs Klo? Ich weiß manchmal gibt es keine Alternative. Wenn man muss, dann muss man. Aber wenn es Toiletten gibt, dann bitte nutzt diese. Auch wenn das bedeutet einen halben Kilometer zu laufen. Oder mal ein Stück mit dem Auto zu fahren. Die meisten Regionen in Australien sind verhältnismäßig trocken und da bleiben Hinterlassenschaften eine lange Zeit liegen. Ihr wollt auch eine saubere Heimat. Nehmt die paar Meter auf euch. Der Gebrauch von Toiletten macht in mehrerer Hinsicht glücklich 😉 . Außerdem gibt es öffentliche Toiletten durch den ausgeprägten Tourismus wie Sand am Meer!
  7. Öffentliches Alkoholdrinken ist nicht gestattet! Auch nicht für Backpacker. Habt euren Spaß, aber bleibt diskret.

Lisa, wie findest du gute Campspots?

Um das gleich zu klären; ich hatte weder eines der hiesigen Bücher (Camps), das alle kostenlosen Campingplätze australienweit auflistet, noch besaß ich WikiCamps (eine App von Backpackern für Backpacker).

Ich bin immer dort geblieben, wo mich mein Gefühl hin verschlagen hat. Andere Backpacker allerdings schwören darauf und benutzen es immer. Je nach dem mit was für einem Budget du unterwegs bist, könnte sich die Investition für dich lohnen.

Einen Abend habe ich nach einem Schlafplatz gesucht und einfach nichts passendes gefunden. Als ich dann an einem großen Parkplatz vorbei kam und das Toilettenhäuschen sah dachte ich: “Perfekt! Alles was ich brauche ist da.” Da war nur eine Sache… die Polizei stand genau an der Einfahrt des Parkplatzes. Nun ich denke immer: ehrlich wärt am längsten. Ich bin also direkt zu dem Polizisten gefahren und habe ihn gefragt: “Ich suche einen Platzt, wo ich heute Nacht im Auto schlafen kann, ist es ok, wenn ich mich hier auf den Parkplatz stelle?” Und wisst ihr was er gesagt hat?: “Ja, kein Problem. Unser Büro ist gleich eine Straße weiter. Wenn dich etwas beunruhigt, dann komm einfach rüber.” Ist das zu fassen? Die Polizei gibt mir nicht nur die Erlaubnis, sondern sorgt auch noch dafür, dass ich mich sicher fühle. Das läuft sicher nicht immer so ab, aber man wird euch zumindest auf Plätze aufmerksam machen, wo ihr euch Nachts hinstellen könnt. Alle sind super freundlich und hilfsbereit, wenn auch ihr so seid.

Grundsätzlich wollt ihr euch mit dem Auto an Orte stellen, die etwas ab vom Schuss sind. Möglichst nicht an viel befahrenen Straßen. Verdeckt von Gebäuden oder Pflanzen ist gut und nicht unbedingt unter eine Laterne 😉 . Nehmt euch einfach eine Karte der Gegend in der ihr euch gerade aufhaltet und schaut nach potentiellen Plätzen. Ich habe mir immer gerne abgelegenen Parkplätze gesucht, etwas außerhalb von Städten, aber immer noch nahe genug dran. Meist haben die auch Sanitäranlagen. Coole Spots an der Ostküste findest zum Beispiel hier.

Wer kein Auto hat und nach einer kostengünstigen Transportalternative sucht, versucht sich meist im Trampen.

Eine Sache vielleicht noch, bevor ich mich für heute verabschiede. Wenn ihr euch ein Transportmittel kauft und wisst, dass ihr wild campen wollt, dann überlegt euch vorher bereits, ob ihr euch in einem auffällig bemalten Camper/Auto genauso wohl fühlt, wie in einem unauffälligen Auto. Und natürlich auch anders herum. Was gibt euch ein relaxtes Feeling. Denn das strahlt ihr dann auch aus. Ein besprühtes Auto macht wild Campen nicht zwangsläufig schwerer. Es geht dabei tatsächlich nur darum, ob du dich damit wohl fühlst.

Wann ist die beste Zeit nach Australien zu fliegen und wo starte ich mit meiner Reise?

Facebook Twitter Instagram Pinterest

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken