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Lisa's Reiseblog - GROW as you GO

Mit dem Auto durch Tasmaniens raue Schönheit

Immer wieder lese ich die Frage: “Ist Tasmanien einen Abstecher wert?” Die Antwort ist “NEIN”. Nur ein Abstecher nach Tasmanien ist schon eine Beleidigung. Tasmanien bietet einmalige Natur (ganz anders als der Rest Australiens) und ich habe das Gefühl, dass selbst 3 Wochen zu wenig Zeit dort waren. Tasmanien verdient mehr Zeit!

Als ich durch Australien mit meinem verrückten und nicht ganz ungefährlichen Camper gereist bin, war meine Vorgehensweise wie folgt: An einem neuen Ort angekommen, führte der erste Weg immer zur Touristeninformation. Dort habe ich mir eine Touristenkarte der Gegend geschnappt und mir angesehen, was es so zu sehen gibt.

Genau so ging ich auch in Tasmanien vor. Und Tasmanien ist einer meiner drei absoluten Lieblingsplätze in Australien. Viele glauben Tasmanien sei klein, weil es auf Karten neben Australien diesen Eindruck macht, aber lasst euch nicht täuschen! Es ist wirklich groß und 3 Wochen dort haben nicht ausgereicht um mir alles anzusehen, was ich gerne gesehen hätte.

Damit ihr einfacher entscheiden könnt, was sich eurer Meinung nach lohnt anzusehen, ist hier eine Zusammenfassung aller Orte die ich weiter empfehlen kann und verdammt: „Ich liebe Tasmanien!“ Es ist einer der wenigen Orte, die ich unbedingt noch einmal sehen möchte. Es gibt tolle mehrtägige Wanderrouten und eine sagenhaft einmalige Natur, die wie ein wilder Mix rauer Schönheit ihren Eindruck hinterlässt.

Liffey Falls

Eine schätzungsweise 12 km lange unsealed road führt zu den Liffey Falls. Ich war mir erst nicht sicher, ob es sich lohnt hier hin zu kommen, doch es war es absolut wert. Entlang des Wasserfalls führt ein Wanderweg. Der urige Wald scheint irgendwie magisch und ich habe jeden Moment mit Hobbits gerechnet. Der Wasserfall ist nicht der größte und dennoch wunderschön anzusehen. Die Abenteuerlust wird entfacht. Am unteren Ende des Wasserfalls befindet sich eine Höhle; also packt auf jeden Fall Taschenlampen ein.

Camping Tipp: In Deloraine gibt es einen 48 h Campingplatz für Selbstversorgercaravans. Das bedeutet 48 Stunden freie Stellzeit. Und eine Nacht weniger, in der wir uns um einen Übernachtungsplatz kümmern müssen.

Wanderweg durch das Cataract Gorge Reserve

Durch eine Schlucht entlang eines Flusses führt ein wunderschöner Weg. Bei Sonnenschein sollte man sich definitiv Sonnencreme auf die Nase schmieren. Die trockene, staubige Umgebung gleich neben dem Fluss steht im starken Kontrast zu dem Wanderweg entlang der Liffey Falls den wir einen Tag zuvor besucht hatten. Vielfalt beschreibt Tasmanien wirklich ausgezeichnet. Ist euch eigentlich schon aufgefallen das Tasmanien, Magnetic Island und Wilsons Promontory beide aussehen wie ein Miniaturaustralien? Ihre Form kommt Australiens Umrissen sehr nahe… merkwürdig oder nicht?

Camping Tipp: In Gladstone findet ihr den Campingplatz der Policeman Bay. Gleich am Meer, noch im Sand ein Campingplatz für Selbstversorger (bedeutet: ohne Toiletten und Duschen, etc.). Was es hier zu finden gibt, ist ein Treffen der besonderen Art… nach Sonnenuntergang. Wer Tiere nicht mag, der hat hier nichts zu suchen. Scharenweise Opossums machen hier die Nächte unsicher. Was du am morgen noch wieder finden willst, musst du im Auto aufbewahren. Essen und Geschirr ist nach unseren Erfahrungen auch nicht auf dem Autodach sicher. Jetzt im Nachhinein gebe ich zu, dass das Autodach doch wirklich eine naive Idee war. Wer auf ein wenig Abenteuer und Radau steht, für den lohnt sich ein Abstecher zur Policeman Bay.

Bay of Fires

Leider habe ich diese wunderschönen feuerfarbigen Steine der Bay nicht gesehen, da ich auf der falschen Seite der Bucht war. Wer die Bay of Fires sehen möchte sollte von Süden kommend nach „The Gardens“ fahren, von wo aus man die feurigen Steine erreichen kann.

Lagoon Beach in Bicheno

Türkises Wasser und feuerrote Felsen. Gleich gegenüber der Tankstelle fanden wir einen Strand, den ich bis jetzt nur in Reiseführern gesehen hatte. Die großen Felsen, klares Wasser. Worte können diesen wunderschönen Ort nicht beschreiben. Es war das klarste Wasser, das ich bis heute in Australien gesehen habe.

Douglas Apsley Nationalpark

Frostige Wassertemperaturen aber eine Süßwasserbadestelle die man einfach mitgenommen haben muss. Du hast etwas Zeit in Tasmanien dann schnappe dir deine Badesachen, Freunde und einen Picknickkorb und relaxe im Douglas Apsley. Ich brauchte meine Zeit um mich an das kalte Wasser zu gewöhnen und es war genial!

Wichtig! Tasmanien ist gemäßigte Zone, deshalb ist es so wichtig genau zu planen zu welcher Zeit du herkommen möchtest. Ich war zu Beginn des tasmanischen Herbstes hier und ich habe mir in einigen Nächten den Arsch ab gefroren. Und in diesem glasklaren Meer baden willst du doch sicherlich auch, oder? Besser du wählst die Badesaison!

Sonnenuntergang am Swan River Campground im Freycinet Nationalpark

Der kostenlose Campingplatz am Swan River mit Plumpsklo war einfach aber genau das gab ihm den typischen Australischen Touch. Hier kann man zum Wasser laufen. Und hier habe ich den wunderschönsten Sonnenuntergang meines Lebens beobachten können. Die Farben waren einfach atemberaubend schön und einmalig. Nichts wird diesen Sonnenuntergang toppen können. Zumindest hat es bis heute keiner geschafft.

Wineglass Bay

Die Wineglass Bay ist wahrscheinlich die berühmteste Bucht in Tasmanien, die jeder gesehen haben will und das zu Recht. Ein so wundersamer Platz ist zu Recht berühmt. Am „The Hazards“ beginnt der Wanderweg zur Bucht. Wir brauchten für den Hinweg 1 ½ Stunden. Sehr wichtig sind Sonnencreme, Badesachen und Wasser! Du benötigst unbedingt einen Sonnenschutz, denn unterwegs kann es sehr heiß werden. Auf viele windstille Stellen prasselt volles Sonnenlicht.


Auch die Steine der Wineglass Bay erstrahlen feuerrot und setzen einen krassen Kontrast zum türkisfarbenen Meer. Große sanfte Wellen rollten ohne zu brechen zum Strand und wir hatten unseren Spaß im Wasser, als wir uns von den Wellen auf und ab tragen ließen. Der Sand war Schneeweiß und sehr fein. Für den Rückweg entschieden wir uns den Rundwanderweg weiter zu gehen, anstatt den selben Weg wieder zurück zu laufen. Das Fortführen des Weges dauerte weitere 3 Stunden.

Leuchtturm am Cape Tourville

Ein Leuchtturm direkt an der hohen Steilküste bietet zusammen mit einem kleinen Rundweg tolle Ausblicke auf das Meer.

Mountfield Nat. Park

Die 40 Minuten Wanderroute um Lake Dobson verlief durch einen Wald. Jadegrünes und beiges Moos hing von den Bäumen. Verwunschen sah es aus… und ein wenig so, wie ich mir Irland vorstelle. Wir liefen sogar die 16 km lange Straße von Lake Dobson bergab (one way). Auch der Woodland Walk durch das Moor ist sehr interessant. Er schlängelt sich um die Stämme einiger der ältesten Baumgiganten weltweit, umgeben von einem Farndickicht. Die Russell Falls wurden zu einer echten Überraschung. Der nach meinen Erwartungen unspektakulärste Wanderweg führte an einem kleinen Fluss vorbei und siehe da… Schnabeltiere! Es gab nur wenige Plätze in Australien, an denen ich bis jetzt Schnabeltiere beobachten konnte. Umso glücklicher war ich übe diesen unerwarteten Fund.

Lake St. Clair

Lake St. Clair bietet mehrtägige, Tages- und kleine Rund-Wanderwege. Als wir dort ankamen, regnete es bereits und für die nächste Tage war auf den Gipfeln Schneefall angesagt. Wenn ihr euch also für mehrtägige Wanderungen interessiert, informiert euch unbedingt in Informationszentrum das gleich am Startpunkt zu finden ist. Wem eine 1,5 stündige Wanderung reicht, der kann wie wir bis zur Platypus Bay entlang des Sees laufen.

Montezuma Falls

Diesen riesigen Wasserfall mit einer Hängebrücke, die direkt vor ihm die Schlucht überquert, empfand ich während eines Niselregens als besonders beeindrucken. Der Wasserfall war gigantisch und der Dunst den er verteilte roch nach Eukalyptus und frischen Kräutern. Es war fast so, als würde ich in einem Teehäuschen stehen und die Aromen inhalieren. Die Montezuma Falls befinden sich zwischen Queenstown und Roseburry. Durch den Regen hatte ich allerdings meine Kamera nicht mitgenommen und kann euch leider keine Bilder zeigen. Was ich euch aber ans Herz legen kann ist ein starkes Auto. Der Motor meines Campers und auch die Bremsen, waren fast nicht stark genug um uns über die unbefestigten Straßen für Vierradantrieb (bergab) zum Wanderweg zu bringen und den selben Weg wieder bergauf. Der Schlamm machte es zu einer nicht ganz ungefährlichen Angelegenheit. Bitte macht mir das nicht nach! Nur bei trockenen Straßen ist dieser Weg annehmbar!

Lake Foreshore von Roseburry

Ein wunderschöner See umgeben von Tasmaniens Bergen. Im Hintergrund sind die Cradle Mountains zu sehen. Mystisch und etwas unheimlich lädt er ein etwas zu verweilen.

Cradle Mountain

Wohl der bekannteste und meist besuchte Ort in Tasmanien sind die Cradle Mountains. Ich denke dieser Ort verlangt nach den meisten Wörtern, doch fallen mir hier die wenigsten ein, die ein realistisches Bild vermitteln. Versuche ich es also mit diesen. Karg doch reich an Grün, Wallabys, gelbäugige schwarze Krähen, beeindruckend weit und rau, doch trotzdem weich, Marions Lookout, Dove Lake, Weindorfers Tower, ein extrem steiler „Link Track“ der nichts für schwache Knie ist, Wombats, pure Schönheit… na ja, wenn man Natur liebt. Aber andernfalls gibt es auch keinen Grund nach Tasmanien zu kommen. Tasmanien ist etwas für Naturliebhaber, die auch gerne mal ein Stück laufen.

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2 Kommentare

  1. sprinzeminze

    2017-02-23 at

    Tasmanien stand ja bisher noch nicht auf meiner Reise-Liste, aber ich glaube dass sollte ich jetzt nachdem ich deinen Beitrag gelesen und die Fotos gesehen habe doch noch einmal überdenken! Wirklich wunderschön und ein tolles Farbenspiel! Wenn ich könnte würde ich mich gleich auf den Weg machen! Ganz toll und vielen Dank für diesen tollen Beitrag! Alles Liebe, Iris.

    • Lisa

      2017-02-24 at

      Das freut mich riesig Iris! Ich kann dir Tasmanien wirklich nur empfehlen, das wird toll!

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