Für die meisten ist es nur ein kurzer Zwischenstopp auf dem Weg in ein anderes Reisedomizil (Australien vielleicht). Doch es gibt zahlreiche Gründe dem kleinen Stadtstaat bei eurer nächsten Durchreise ein wenig mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Travelling like a local ist doch viel aufregender als von einer Sehenswürdigkeit zur anderen zu hasten, nur um alle Touristenattraktionen abhaken zu können. Den nächsten Aufenthalt etwas auszudehnen, um in den richtigen Singapore-Lifestyle einzutauchen, zahlt sich auf jeden Fall aus. Ich (Katharina) durfte sechs Wochen lang im kleinsten Staat Südostasiens leben und hoffe, euch mit meinen Eindrücken, den ein oder anderen hilfreichen Tipp geben zu können.

Singapur ist Treffpunkt vieler Kulturen

Die Bevölkerung besteht hauptsächlich aus Chinesen, Malaien und Inder. Mit Singapur lernt man bestimmt nicht das „richtige“ Asien kennen, wenn man das Klischee erleben möchte. Aber dafür kann man drei Länder an einem Tag besuchen. Wie das geht? In Singapur gibt es viele Stadtviertel, die von bestimmten Einflüssen geprägt sind. Da ist das touristisch angehauchte „China Town“, das kleine, aber feine „Little India“ oder der Stadtteil Arab Street. Letzteres ließ bei mir sofort Kindheitserinnerungen aufkommen, als ich an der Masjid Sultan entlang spazierte. Die Moschee zwischen Muscat Street und North Bridge Road gehört zu den wichtigsten Moscheen in Singapur. Dabei wirkt sie eher wie ein Nachbau aus dem Disneyfilm Aladdin.

Singapurs kuriose Gesetze

Singapur ist mit Sicherheit eines der saubersten Länder, die ich je bereist habe. Vermutlich kommt es daher, dass man einfach zu viel Angst hat, wegen seines Mülls bestraft zu werden. Ja, wer seinen Abfall nicht sorgfältig entsorgt, muss mit hohen Geldstrafen rechnen. Früher konnte man sogar wegen eines Kaugummis im Gefängnis landen. Daher würde ich niemanden raten, ihn einfach so auszuspucken. Auch Essen und Trinken ist in öffentlichen Verkehrsmitteln und an Bahnsteigen untersagt. Rauchen dürft ihr nur an gekennzeichneten Stellen und nicht in Bars, Restaurants oder Verkehrsmitteln. Haltet auch von Drogen Abstand. Das Herstellen, Einführen oder der Handel wird mit der Todesstrafe bestraft. Zu den lustigsten Verbotsschildern gehört für mich aber jenes: No durians. Sie ist die Traditionsfrucht in Singapur. Gleichzeitig ist der folgende Spruch völlig zutreffend: „Schmeckt wie Himmel, aber stinkt wie Hölle“. Nicht nur das Essen, sondern auch das Mitführen einer solchen Frucht, ist in öffentlichen Verkehrsmitteln verboten.


Zu viel zu beachten? Das Gute ist, dass die Gesetze zwar festgelegt sind, aber die meisten Bewohner würden es bewusst ignorieren, falls sie dich bei einem Vergehen bemerken. Was denkst du? Sind diese Gesetze wirklich kurios, oder doch großartig?

Singlish!?

Mit Englisch kommt ihr in Singapur gut zurecht. Ich habe mich einmal mit einem Singapurer getroffen und konnte mit ihm auch gut auf Englisch kommunizieren. Als wir dann aber mit dem Taxifahrer sprachen, änderte er sein Englisch sofort in Singlish und für mich fühlte es sich an, als würden sie eine völlig andere Sprache sprechen. Einerseits will man die Varietät der englischen Sprache abschaffen, andererseits sind viele Singapurer stolz darauf.

Hawker Markets

Essen in Singapur – einfach durchkosten! Food markets, oder hawker markets, entdeckt ihr fast an jeder Ecke der Stadt. Wer auf local food steht, findet hier bestimmt etwas. Teilweise sind es riesige Hallen, in denen man günstiges Essen bekommt. Umgerechnet kostet eine Mahlzeit meistens zwischen Zwei und Drei Euro. Singapur muss also nicht immer teuer sein. Wer aber morgens ein gutes Frühstück will, muss etwas länger suchen – außer ihr habt nichts gegen Fischsuppe. Diese wird von den Einwohnern schon in aller Früh gegessen. Für mich kamen meistens nur Prata in Frage, welche man mit Crêpes vergleichen kann. Tee oder Kaffee bekommt man zum Glück zu jeder Tageszeit.

Sehenswürdigkeiten in Singapur

Wer für Singapur nur wenig Zeit hat, wird sich vermutlich Marina Bay, Gardens by the Bay, Orchard Road, den Singapore Flyer oder Sentosa ansehen. In der Nacht spielt sich eine unglaubliche Lichtershow am Wasser ab und die Gardens by the Bay sind traumhaft beleuchtet. Den besten Ausblick könnt ihr auf dem Marina Bay Sand Hotel genießen. Dafür sind 20 Singapore Dollar zu zahlen. Das Geld für den Eintritt gilt aber als Gutschein und man kann ihn auf der Dachterrasse für Getränke einlösen. Auf der Orchard Road reiht sich ein teurer Laden nach dem anderen. Wer Geld und Zeit zum Shoppen hat, ist hier auf jeden Fall richtig. Der Singapore Flyer war einst das größte Riesenrad der Welt. Es wurde aber vom High Roller in Las Vegas abgelöst. Wer in eine etwas unrealistische Welt eintauchen will, sollte unbedingt nach Sentosa. Die künstlich aufgeschüttete Insel ist an Maßlosigkeit kaum zu übertreffen. Hier gibt es die Universal Studios, ein Aquarium, Kinos und zahlreiche Attraktionen. Wer in Singapur nach weißen Stränden sucht, wird hier fündig. Der Siloso Beach ist ein wunderschöner Palmenstrand, der auch darum an Besonderheit glänzt, da das Land ansonsten nur von Häfen umgeben ist.

Was gibt es sonst noch?

 

Wenn ihr die ersten Touristenattraktionen schon besichtigt habt und euer Interesse geweckt wurde, wird es Zeit, das wahre Singapur kennenzulernen. Schlendert durch die Stadt oder spaziert durch den Botanischen Garten, der direkt an der MRT-Station liegt. Um von dem Stadtrummel ganz zu entkommen, könnt ihr die Fähre nach Pulau Ubin nehmen – eine Insel, ganz anders als das übertriebene Sentosa und trotzdem hat sie seinen Scharm. Hier gibt es Fahrräder statt Taxis und unberührte Natur. Es war wohl einer der schönsten Ausflüge, die ich während meiner Zeit in Singapur gemacht habe und trotzdem ist die Insel in den wenigsten Reiseführern zu finden.

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