Neurodermitis ist ein leidiges Thema und als Vielreisende mit der Tendenz zu Neurodermitis musste ich feststellen, dass ich mehr Einfluss auf meine Haut habe, als ich dachte. Und was andere mir erzählen, muss nicht logischer Weise auch gut für mich sein.Jetzt fragst du dich sicher, in wie fern ich selbst Einfluss habe. Sei der psychologische Aspekt, auf den ich in einem anderen Artikel bereits eingegangen bin, mal außen vor, so haben äußere Gegebenheiten auch Einfluss.

Ich hatte Jahre lang in Deutschland mit schmerzender, juckender, blutender, aufgerissener Haut zu kämpfen. Im feucht kalten Winter mit trockener, heißer Heizungsluft wurde es immer schlimmer, immer unerträglicher. Im Frühling und Sommer erholte sich die Neurodermitis langsam, aber nie vollständig.

Trotz dem vermeintlich offensichtlichen hier, ist mir erst während meines Auslandsjahres in Australien aufgefallen, dass die Temperatur und das Wetter eine immense Rolle spielen. Ich fühlte mich erleuchtet, erleichtert, euphorisch und wurde.

Was wurde ich? Geheilt! Ja richtig. Innerhalb weniger tage in Australien verschwanden fast alle Beweise des Verbrechens; Akte “Neurodermitis”. Was blieb waren weiße Flecken gesunder Haut, die Stück für Stück an gesunder Bräune gewannen. Bald schon hatte ich komplett vergessen wie es einmal war.

Was war also der entscheidende Unterschied zwischen Juckreiz-Deutschland und Heilehaut-Australien?

Deutschland: Kalte Nasse Winter, gepaart mit unnatürlicher warmer, trockener Heizungsluft. Dazu – oder eher weniger – die fehlende Sonne.

Australien: Warme sehr feuchte Luft und genügend Sonnenlicht um meinen Körper auf zu tanken. Es braucht keine heilenden Erholungsphasen  und die feuchte Luft führt meiner Haut Feuchte zu, anstatt ihr diese zu entziehen.

Jetzt kann natürlich nicht jeder, der Hautprobleme hat, nach Australien auswandern.

Was ich damit aber sagen will ist:

  • Schraube die Heizung nicht so hoch
  • gehe so oft in die Sonne wie möglich
  • und wenn das nicht ausreichend ist, dann überlege, ob es dir helfen würde in ein Gebiet zu ziehen, das dein gesundheitlichen Bedürfnisse besser erfüllt (auch innerhalb deines Landes gibt es da Unterschiede); Bevor du dich den Rest deines Lebens ständig eincremen musst, ist das evtl. eine Überlegung wert.

Gerissene Neurodermitis-Wunden

Der Schmerz von gerissener Haut und blutig gekratzten Stellen ist schon für Erwachsene eine mentale Herausforderung. Wie sieht es dann bei unseren Kindern aus? Als Teenager bin ich zu oft heulend in den Schlaf gesickert nur um eine Minute später wieder aufzuwachen, weil ich mich im Schlaf schon wieder gekratzt hatte. Schmerz und Schlafentzug sind wirklich eine miese Kombination und meine Eltern konnten mir ja auch nicht helfen.

Also blieb mir nur das Selbstexperiment. Das bedeutet mehrere Jahre Tests von Cremes & Co. Das Ergebnis wird dich erstaunen! Zahllose Cremes an deren Namen ich mich nicht einmal mehr erinnern kann hatten eine Wirkung. Allerdings hätte ich darauf gerne verzichtet. Zu fettige Creme weichte hiesige Hautstellen auf, was wiederum zu mehr Juckreiz führte. Grausig. Cremes mit der Aufschrift parfümfrei müssen nicht zwangsläufig parfümfrei sein und Feuchtigkeitscreme kann meine Haut auch austrocknen. Es ist also individuell für jeden etwas anderes hilfreich oder auch nicht…

Was hat mir den Arsch gerettet?

“Simple is best” kommt nicht von irgendwo. Ich weiß, Selbstbeherrschung zu verlangen grenzt in Sachen Neurodermitis schon an grobe Unhöflichkeit. Doch meine Empfehlung ist “Finger Weg”! Streiche nicht über die betroffene Haut, kratze nicht und drücke auch nicht darauf herum.

Was hilft gegen den Juckreiz?

Halte deine Haut trocken. Was? Im ernst? Ich soll meine zu trockene Haut auch noch trocken halten? >>JA unbedingt!<< Feuchtigkeit (dazu zählt auch Schweiß und das Wundwasser, das beim Kratzen entsteht) und Fett lassen die Haut aufquellen und prompt juckt es. Solange die Flecken unbehandelt und trocken bleiben ist es egal wie groß sie sind, denn was nicht juckt, tut auch nicht weh.

Der heilige Gral des Widerspruchs | Neurodermitis und Aloe Vera

Ok, ich habe gesagt Trockenhalten ist wichtig und schwupps widerspreche ich mir selber. Ich widerspreche mir aber nur zur Hälfte, denn es funktioniert nur im richtigen Maß! Wovon rede ich hier? Von Gel. Um genau zu sein Aloe Vera Gel. Ich bin ein Fan von der ersten Sekunde an, als ich dieses Gel entdeckte und bis in alle Ewigkeit. Genau genommen besteht Aloe Vera Gel zum Großteil aus Feuchtigkeit. Was aber diese Gel bewirkt ist Gold wert. Es ist entzündungshemmend, wundheilend und wundverschließend, es glättet das Hautbild und kühlt. Kurz: es tut einfach gut.

Was benutze Ich: Mein Gel ist schon recht alt, weil es einfach nicht leer zu kriegen ist, daher habe ich es nicht mehr ausfindig machen können. Aber ich habe dieses gefunden, was den Angaben sehr nahe kommt. Ich glaube allerdings, dass man bei Aloe Vera Gel nicht viel falsch machen kann.

Wie verwende ich es?

Dünn auftragen, bis es eingezogen ist. Kein überschüssiges Gel auf der Haut verweilen lassen, damit sie nicht aufweichen kann. Das kann ich mehrmals am Tag aufgetragen, solange ich im Blick habe, die Haut trocken zu halten. Was bringt das? Das wundervolle Gefühl heiler Haut. Das Aloe Vera Gel hilft Stück für Stück die Haut zu schließen und somit die eigene Feuchtigkeit zu erhalten. Der kühlende Effekt wirkt dem Juckreiz entgegen. Jetzt geschehen natürlich auch keine Wunder. Die Neurodermitis verschwindet nicht von einem Tag auf den andern, aber es ist das einzige natürlich Mittel, bei dem ich immer eine Verbesserung verspüre. Ich kann wirklich nur empfehlen es auszuprobieren; sogar bei Pickelchen etc. hilft es.

Meine Erfahrung stammt von starker Neurodermitis am linken Arm und im ganzen Gesicht über mehrere Jahre als Teenager und junge Erwachsene bis hin zur heutigen Zeit. Laut meiner Familie hatte ich auch kurze Zeit als Baby Neurodermitis an den Handgelenken. Natürlich unterscheiden sich Menschen und ihre Haut voneinander. Mein Wunsch hinter diesem Artikel ist es, denen Hoffnung zu vermitteln, die gerade am verzweifeln sind und auf neue Möglichkeiten aufmerksam zu machen. Du schaffst das schon, nur Mut!

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