Mittellos war ich noch nie gewesen, doch wie bei so vielem hatte ich auch hier mein erstes Mal. Kaum angekommen stand ich in Darwin auch schon ohne Geld da. Doch mein Glück hatte mich nicht verlassen. Es blieb mir wie immer treu.

Es begann alles anders als erwartet

Ich startete nichtsahnend in Frankfurt am Flughafen meine Reise in die Ferne und wusste zum ersten Mal, dass ich nicht wusste, wie ich mich fühlen sollte. Ob ich vor Freude lachen, vor Angst zittern oder vor Trauer – meine Familie lange Zeit nicht wieder zu sehen – weinen sollte. So viele Gefühle auf einmal wirkten wie eine Überdosis an Medikamenten und benebelten meine Sinne. Die Zeit/ die Flüge verschwammen zu einer einzigen Masse und ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus. Ich sah also Vietnam von Oben und vom Flughafen aus – da ich in Ho-Chi-Minh-Stadt gelandet war -, ich sah Singapur – na ja wohl eher den Flughafen – , der wohlgemerkt anstrengend groß statt erstaunlich groß ist, da ich mich in den 12 Stunden in denen ich dort war gefühlte 1000 mal verlief, schließlich auf einer Bank einschlief und plötzlich nur noch 2 Stunden bis zum Abflug nach Singapur übrig waren. Die Gewässer in Singapur mit den unglaublich vielen Schiffchen darauf die allesamt beleuchtet waren und die Lichter der Stadt sahen bei Nacht magisch aus. Magisch, während man in der ferne vom Flugzeug aus ein Gewitter beobachten konnte! Dann steuerte der Pilot der Landung entgegen und das Drama nahm seinen Lauf. Wir landeten – die Landung mit größeren Maschinen ist immer sanfter -, ich stieg aus und kam locker durch die Immigration. Hier gilt: immer und überall sehr freundlich sein und lächeln (dich erklären und um Rat fragen), das kommt immer gut an und beugt zweifelnden Fragen vor. Auch die Gepäckkontrolle war kein Problem. Mein VAUDE Backpack ging problemlos duch die Kontrolle.

Mach keinen Fehler beim Backpack-Kauf!

Warum bin ich eigentlich in Darwin gestartet und nicht in Sydney oder Brisbane?

Bis hier hin war ja alles gut… und nun?

Auf der Flughafentoilette warf ich erst einmal ein paar Kontaktlinsen ein, schließlich will der Mensch was sehen ^^. Dann ging ich aufgeregt und ein wenig stolz – die Reise bis hier hin so gut bewältigt zu haben – auf die Suche nach einem Geldautomaten (ATM), denn der Mensch muss nicht nur sehen können, sondern braucht auch Geld- jedenfalls in meiner Welt. Doch Lisa (tut mir leid, dass ich in der 3. Person von mir rede) bekam kein Geld. Das lag nicht etwa daran, dass der ATM mich nicht mochte, sondern weil ich einfach kein Geld auf meiner Kreditkarte hatte. Ich hatte ganz naiv angenommen, dass man wie in Deutschland Geld abheben kann (die Einzelheiten mal ungeachtet). Aber dem war nicht so…. panisch überwies ich mir mit einem winzigen Rest Akku meines Laptops – den Adapter wollte ich mir ja in Australien kaufen =D- etwas Geld auf meine Kreditkarte, als dann tatsächlich mein Computer abschmierte. So … was mach ich jetzt? Nichts mehr zu trinken, kein Geld für etwas zu Trinken, geschweige denn etwas zu Essen,und kein Adapter um mir mit meinem Computer Hilfe zu holen. Meine Eltern anzurufen kam gar nicht in Frage! Erstens hätte ich mich gefühlt, als wäre ich am ersten Tag gescheitert und zweitens hätten sie mir von Deutschland aus sowieso nicht helfen können und drittens (ja es gibt noch ein drittens) wollte ich mir beweisen, dass ich es schaffe. Also schob ich meinen Trolley mit Gepäck über den Airportparkplatz und suchte nach einer Freundlichen Mitfahrgelegenheit, denn den Bus oder Shuttle für 17 $ konnte ich ja nicht bezahlen.

Glück im Unglück?

Auf meiner Suche fand ich nebenbei dann einen Deutschen, der ebenfalls etwas verloren die Bushaltestelle suchte (Basti). Kann doch nicht wahr sein, dachte ich. Da fliege ich nach Australien und schon hänge ich mit Deutschen ab… . Als erstes aber rannte ich in der brennenden Hitze einem Mann hiterher, der zu seinem Auto lief und fragte, ob er mich mitnehmen könnte und erklärte ihm meine Situation, doch er fuhr in eine andere Richtung. Dann fragte ich zwei freundlich wirkende Damen im Airport-gebäude ob sie denn in die Stadt fahren würden und erklärte auch ihnen in was für eine Situation ich gekommen war. Und ich wusste überhaupt nicht wie mir geschah als sie mich plötzlich fröhlich in Darwin willkommen hießen, mir 50 $ schenkten und mir sagten: “Girl we´ll help you cause you´re stuck and you need help … take it. Welcome in Darwin sweetheart, here we´re helping each other.”  Ich lehnte sofort ab und meinte mit Nachdruck , dass ich kein Geld wollte, aber da sie darauf bestanden und ich tatsächlich ohne Geld aufgeschmissen war nahm ich es schließlich an und bedankte mich mit nassen Augen und einer Umarmung.

the help

Gestrandet in Australien ohne Geld, Bett und Essen. Das war meine Rettung.

Jetzt gut kalkulieren und Ruhe bewahren!

Da ich vermutete, dass das Geld, welches ich für den Shuttle bekommen hatte auch für Essen und ein Hostel reichen musste suchte ich weiter nach einer Mitfahrgelegenheit und sah einen Mann mit seinem kleinen blonden Sohn – er ging mir vielleicht knapp bis über die Hüfte und hatte total dreckige Füßchen ^^. Der Vater suchte nach dem Auto seines Freundes, welches er abholen sollte – fand es aber nicht, da es im Parkverbot stand und abgeschleppt wurde. Er rief sich ein Taxi und nahm mich und Basti mit zu sich, bot uns eine Tasse Kaffee an, die wir dankend ablehnten  – wir wollten unser Glück und die Freundlichkeit, die uns entgegengebracht wurde nicht überstrapazieren – und fuhr uns dann mit seinem eigenen Auto in die Mitchell street (der Pol für Backpacker). Ich / wir bedankten uns abermals sehr ausschweifend und mit Umarmung. Übrigens hatte er ein sehr schönes Haus. Es sah aus wir ein Urlaubsbungalow auf Stelzen und mit speziellen Fenstern – damit bei Überschwemmung das Haus nicht beschädigt wird und die Luft immer zirkuliert. Es war sehr hübsch.
In der Mitchell street checkte ich – nachdem ich mir im Woolworth etwas zu Trinken geholt hatte in ein Hostel namens Melaleuca ein (34$). Da der Zimmerschlüssel ebenfalls 10 $ Pfand kostete konnte ich mir kein Hostel leisten … also musste ich mein Handy als Pfand hinterlegen um morgen zu bezahlen, da ich immer noch hoffte morgen Geld abheben zu können. Panisch stand ich am nächsten morgen auf.

Hier erfährst du, was mein ganzer Australienaufenthalt gekostet hat!

Schaffe ich das rechtzeitig?

10 Uhr musste man aus-checken und ich wusste ohne Handy schließlich nicht wie späht es ist. Von einem netten Backpacker erfuhr ich dann: „ Es ist 20 vor 10“. Oh mein Gott. Ich rannte zu nächsten Geldautomaten… Ich konnte Geld abheben! Vor Erleichterung flossen fast die Tränen. Ich ging also schnell zurück bezahlte und checkte im gegenüberliegenden Hostel namens „Youth Shack“ ein, welches ich für die darauf folgenden Tage bezahle und besetzte. So … das war aber erst einmal genug Aufregung beschloss ich, denn vor lauter Angst das Hostel nicht bezahlen zu können in dem ich bereits gewohnt hatte war mir ganz schlecht und schwindelig geworden. Aber mal meine eigenen Problemchen außer Acht gelassen …
Es ist wundervoll hier. Die neuen Gerüche, die neuen Geräusche, die völlig andersartigen Vögel, die unglaublich hilfsbereiten Menschen, die dir in Notsituationen mit einem Lächeln unter die Arme greifen.
Wow ich glaub Travel Ist Me ist in Australien!

Fandest du die Story toll? – Also ich muss zugeben, dass ich es in dem Moment nicht so lustig fand, aber jetzt ist es eine hammer Erinnerung. Schließlich hab ich es mit bravour gemeistert. – Dann bitte like und gib mir einen Daumen hoch und teile es mit all den großartigen Abenteurern da draußen! Vielen Dank fürs da sein, Lesen und Feedback da lassen,

bis bald, Lisa.

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Masse, Magie & Spektakel | Mein erstes New Year in Sydney

Was sagt Ihr dazu? Probleme mit der DKB oder eigene Schusselei?

Das beste Konto fürs Reisen?

Wie ich bereits im Kommentar geantwortet habe, habe ich mein Konto bei der DKB. Dort hat man zwei Karten und zwei Konten. Das Girokonto und das Kreditkartenkonto alias Visa. Um mit der Visakarte kostenlos weltweit Geld abheben zu können, musst du vorher also Geld vom Girokonto auf das Kreditkartenkonto überweisen, was ich nicht getan hatte, da ich glaubte die Konten seien ohnehin verbunden. Deshalb hatte ich also kein Geld. Dafür hatte ich aber einen verrückten ersten Tag. Das war keinesfalls ein Fehler der Bank sondern ein Missverständnis meinerseits.

 

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