Bevor ich euch euch von meinem ersten warmen Weihnachten als Au Pair berichte, wünsche ich euch allen ein phänomenales, neues Jahr 2017 und hoffe, das Ihr Eure Träume lebt!

Dass dieses Weihnachten ein ganz besonderes und aufregendes Weihnachten werden sollte, war mir schon vor meiner Abreise nach Australien bewusst, denn weder Winterjacke noch Mütze und Schal hatte ich damals in meinen Koffer gepackt.

So sieht die Adventszeit in Sydney aus

Als ich hier in Sydney dann Mitte November ankam, schien ganz Australien in großer Vorfreude auf Weihnachten zu sein und diese Freude zeigten sie nur zu deutlich. Alle Geschäfte, ob Apotheke oder Reisebüro wurden von oben bis unten dekoriert. Im Supermarkt wurden sämtliche Regale mit Christmas-Cake (vergleichbar mt deutschem Früchtebrot) und Christmas-Stockings (mit Süßigkeiten gefüllte Weihnachtsstrümpfe) befüllt und im Baumarkt konnte man aufblasbare Weihnachtsmann-Schlitten kaufen. Allerdings nicht mit Rentieren, bei der australischen Variante wird der Schlitten von Kängurus gezogen!

Wenige Wochen später begannen dann auch die ersten Familien ihre Häuser komplett mit Lichterketten und Lametta einzukleiden, um im Vorgarten dann noch den besagten Weihnachtsmann-Känguru-Schlitten zu platzieren. Es beginnt ein regelrechtes Weihnachtswettkleiden, wo es nur darum geht seine Nachbarn in möglichst auffälliger Weichnachtsdekoration zu übertrumpfen.

Meine Gastfamilie jedoch beschränkte sich ganz besinnlich auf einen einfachen Weihnachtsbaum im Wohnzimmer. Auch hier gab es einen kleinen, aber feinen Unterschied zu dem, was ich aus Deutschland gewohnt war. Denn aufgrund der australischen Sommertemperatur würde eine Tanne vermutlich keine 2 Stunden stehen, ohne sämtliche Nadeln zu verlieren, somit musste ein weiß-glitzernder Plastikbaum dafür herhalten.

Die Wochen zogen vorbei. Den ersten, zweiten und dritten Advent hatte ich komplett verpennt. Einerseits weil all das einfach zu unrealistisch schien, andererseits vielleicht auch aufgrund des fehlenden Adventskranzes. Lediglich ein kleiner Adventskalender in Postkartenformat, den mir meine Mutter aus Deutschland geschickt hatte, erinnerte mich immer wieder daran, dass Weihnachten näher rückte.

Deutsches Au Pair erklärt die Sache mit dem Weihnachtskalender?

Da man als Au Pair natürlich auch etwas von seiner eigenen Kultur mit der Gastfamilie teilen möchte, hatte ich den Kinder einen Milka-Schokoladen-Adventskalender aus Deutschland mitgebracht. Am 30. November habe ich ihnen erklärt, wie dieses Ding eigentlich funktioniert. Man öffnet das Türchen dessen zahl mit dem aktuellen Dezemberdatum übereinstimmt und in keinem Fall ein Türchen, dessen Datum noch vor einem liegt. Doch schon am zweiten Tag warfen sie diese Regel kurzerhand über Bord und öffneten mindestens die Hälfte aller Türchen. Warum ich da dann geschockt reagiert habe, konnten sie irgendwie gar nicht verstehen, war ja „nur“ Schokolade…

Wenn du auch ein Au Pair Jahr in Australien machen möchtest, aber nicht weißt in welcher Region, dann schau dir mal diese Klimatabelle an. Hier kannst du super leicht nachvollziehen, welches Wetter dich in bestimmten Regionen erwarten würde und ob das nach deinem Geschmack ist.

Endlich Heilig Abend

Und dann war es auch schon soweit, der 24. Dezember war da! Da man in Australien (wie auch in den USA und vielen anderen Ländern der Erde) Weihnachten hauptsächlich erst am 25. feiert, haben ein paar Freundinnen beschlossen, dass wir den 24. mittags gemeinsam am Strand bei einem Picknick verbringen (die 5 schönsten Picknick-Orte Sydneys).

Mit Weihnachtsmütze auf dem Kopf, “Let it snow“ im Ohr und sogar Lebkuchen, Christstollen und Spekulatius im Mund, genossen wir unser erstes australisches Weihnachten. Diese ganzen Leckereien scheinen die Australier wohl extra für die deutschen Backpacker aus Deutschland zu importieren. Weit weg von zuhause ließen wir den 24. Dezember, anstatt bei Kälte und Schnee, mit einem Bad im Meer ausklingen.

Zuhause bei meiner Gastfamilie angekommen, waren schon alle mit den Vorbereitungen für das Dinner am Christmas-Eve (24. abends) beschäftigt. Die Großeltern waren schon vor einer Woche extra aus Queensland angereist und gemeinsam aßen wir dann das traditionelle Essen. Zu Turkey, Ham und Pork (Fleisch spielt offensichtlich die größte Rolle) gab es noch Süß-/Kartoffeln, Karotten und Kürbis aus dem Backofen und Cranberrysauce.

Noch schnell alles vorbereiten und dann ab ins Bett

Nach dem Essen gibt es hier jedoch noch keine Geschenke, da müssen sich die australischen Kinder noch eine Nacht gedulden. Damit jedoch Santa, wenn er in der Nacht kommt und die Geschenke bringt, nicht hungrig das Haus verlassen muss, richtet man einen Teller mit Keksen und ein Glas Milch her. Da auch die Rentiere nicht hungern sollen, legt man noch ein paar Karotten in den Garten. Da bei mir zuhause immer das Christkind die Geschenke brachte, war es echt schön zu sehen, dass es so unterschiedliche Traditionen gibt.

Nachdem all das gerichtet war, waren die Kinder erstaunlich schnell, trotz großer Vorfreude und Aufregung, im Bett – das Argument, dass es umso schneller wieder morgens ist, je früher sie ins Bett gehen, scheint geholfen zu haben.

1. Weihnachtsfeiertag

An diesem Morgen wurde ich von fröhlichem Kindergeschrei geweckt. “Santa was here, Santa was here, look at all the presents he brought and he even ate all his cookies and drank all his milk, Santa was here!“

Der Baum, unter dem man am Vorabend nur ein paar wenige Geschenke von den Kindern an die Eltern finden konnte, stapelten sich nun meterhohe Geschenketürme.

Als gute 20 Minuten später alles ausgepackt war, packten wir die Reste vom Vortag zusammen und machten uns auf den Weg zum Haus der Freundin meiner Gastmutter. Dass man hier nicht mit der ganzen Familie, sondern eher mit Freunden feiert, hat mich erstaunt, aber das Fest war deshalb nicht weniger schön. Gemeinsam bereiteten wir Salate und noch mehr Fleisch vor. Wir setzten uns an den geschmückte Tisch neben den Tannenbaum. Doch auf dem Tisch waren viele kleine Christmas Cracker verteilt. Diese bonbonförmige Geschenke werden vor dem Essen geöffnet, indem 2 Personen jeweils ein Ende des Crackers in die Hand nehmen und fest dran ziehen und wie der Name schon verrät, gibt es dann einen Knall. Die Person, die dann das größere Stück des Pakets in der Hand hat, bekommt die kleinen Geschenke darin. Oft findet man darin eine kleine Papierkrone, die man dann aufsetzt, einen lustiges Rätsel und noch einen Anhänger oder einen Finger-Ring aus Plastik.

Was aber definitiv bei keinem australischen Weihnachtessen fehlen darf, sind die Garnelen! Da es bei diesen Temperaturen sowieso viel zu heiß zum Braten ist, wussten sich die Australier zu helfen und haben das genommen, was sie an ihrer Küste in großen Mengen finden konnten.

Nach dem Essen haben dann alle zusammen gemeinsam Brettspiele bzw. Gesellschaftsspiele gespielt, viel gelacht und wie man die Australier eben so kennt, auch viel getrunken!

Insgesamt kann ich sagen, dass mir dieses besondere, andere Weihnachten echt gut gefallen hat, ich mich aber genauso sehr auch wieder auf kaltes Weihnachten in Deutschland freue. Auf jeden Fall kann ich aber jedem, der die Chance hat, Weihnachten einmal nicht im gewohnten Umfeld zu verbringen, nur empfehlen diese Möglichkeit zu ergreifen – man wird inspiriert zu Neuem und weiß das Alte umso mehr zu schätzen!

Bleibt neugierig,

Charlotte

ABI in der Tasche – und was nun? Wie funktioniert das & Warum Au Pair meine richtige Wahl war

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