„Wenn ich groß bin, werde ich…“ – als Kind wusste man das noch ganz genau, Prinzessin oder Tierärztin, Superman oder Polizist.

Auch ich wusste, was ich werden wollte: Weltenbummler!

Welche Art von Weltenbummler bist du?

Warum es unzählige Wege gibt deinen Traum zu verwirklichen

Dieser Traum verließ mich keinen Moment, na gut, vielleicht in der 6. Klasse, als ich an einem Austausch mit einer französischen Schule teilgenommen habe, mir von dem Essen dort wirklich schlecht wurde und ich unendlich Heimweh hatte, aber davon habe ich mich schnell wieder erholt und so konnte mich nichts mehr davon abbringen.

Noch bevor ich die Schule letzten Sommer verlassen habe, begann ich also, mir Gedanken über meine Zukunft zu machen. Ins Ausland gehen, dem Vertrauten den Rücken kehren, ins Unbekannte stürzen, das stand fest, aber es gibt unendlich viele Möglichkeiten, die richtige für sich selbst zu finden, scheint unmöglich.

So gilt es zuerst einmal die zwei grundlegende Dinge zu klären:

Wohin reisen & Was tun?

Für mich zumindest stand schon sehr früh fest, der rote Kontinent, Australien, am anderen Ende des Planeten, sollte das Ziel meiner Reise sein. Kängurus und Sonne, Koalas und Strand, all das machte Australien zu meinem Wunschziel.

Backpacking?

Jetzt wäre also die erste Frage geklärt, für die zweite brauchte ich ein bisschen mehr Bedenkzeit. Als Bagpacker zu reisen, hörte sich echt aufregend an, doch ein Problem ergab sich hierbei. Ich würde keine sechs Monate nur reisen können, dazu würde mein Erspartes einfach nicht ausreichen, ich muss also irgendwie Geld verdienen.

Work and Travel?

Da in Australien aber in den letzten Jahren immer mehr Bagpacker unterwegs sind, sieht es auf dem Arbeitsmarkt ehe mau aus und ich, dass muss aber jeder für sich selbst entscheiden, wollte nicht unterbezahlt auf einer Farm mitten im Nirgendwo Orangen pflücken (obwohl ich auch davon schon echt super Erfahrungen gehört habe), somit konnte ich das typische Work-and-Traveln von meiner Liste streichen.

Schildkrötenbabys?

Als nächstes konnte ich dort „Freiwilligenarbeit“ lesen, doch leider hat sich nach kurzer Recherche herausgestellt, dass ich mir auch das ein bisschen anders vorgestellt habe: mein Wunschdenken rechnete damit, dass ich ehrenamtlich Schildkrötenbabys retten würde an den schönsten Stränden Australiens und im Austausch dafür Essen und Unterkunft erhalte. Doch die harte Realität ist, dass man für nur wenige Wochen mehrere tausende Euros bezahlen muss, je nachdem was und wo kann der Preis zwar auch niedriger ausfallen, doch da ich gerne mindestens 3 Monate unterwegs sein wollte, passte auch das nicht… Mein Interesse dafür ist jedoch immer noch ungestillt und ich hoffe, dass ich vielleicht zu einem anderen Zeitpunk in meinem Leben Platz dafür finde,  für den Moment musste ich auch diesen Punkt jedoch von meiner Liste streichen.

Was bleibt übrig? Die perfekte Lösung

Au Pair. Für diejenigen unter euch, die das gerade zum ersten Mal hören und nichts damit anzufangen wissen, folgt hier die offizielle Erläuterung von Wikipedia:

Au-pair [oˈpɛʁ] (Kurzform für „Au-pair-Junge“ oder „Au-pair-Mädchen“) nennt man junge Erwachsene oder in manchen Staaten auch Jugendliche, die gegen Verpflegung, Unterkunft und Taschengeld bei einer Gastfamilie im In- oder Ausland tätig sind, um im Gegenzug Sprache und Kultur des Gastlandes bzw. der Gastregion kennenzulernen.

Das Adjektiv dazu lautet au pair (französisch „auf Gegenleistung“). Es wird auch als Substantiv verwendet, um das abstrakte Konzept zu bezeichnen, und bleibt laut Duden in deutschen Texten in der französischen Form.

So, jetzt da ihr alle zumindest einen groben Plan habt, wovon ich rede, kann es ja weiter gehen. Da ich zwei kleinere Schwestern habe und somit den Alltag mit Kindern bereits kenne und gewohnt bin, beschloss ich ein Au Pair zu werden und im Anschluss daran für mehrere Wochen durch Australien zu reisen.

Wege deine Möglichkeiten ab.

Werde Au Pair mit oder ohne Organisation?

Als Nächstes musste ich mich also auf die Suche nach einer passenden Gastfamilie machen und auch hier gab es wieder eine Entscheidung zu treffen: Melde ich mich bei einer Organisation an, lasse alles von einem Experten abklären und gebe alle Verantwortung ab oder begebe ich mich auf eigene Faust auf die Suche nach meinem australischen Zuhause?

Freunde, die selbst Au Pair waren oder auch noch sind, haben mir einerseits von Facebook-Gruppen und andererseits von Websites erzählt, mit deren Hilfe man als Au Pair direkt Familien anschreiben oder von Familien angeschrieben werden kann, und das weltweit.

Falls du Interesse an einem Au-Pair-Jahr hast schau einfach mal bei www.aupairworld.com oder www.aupair.com vorbei, dort findest du noch einmal mehr Infos, Erfahrungsberichte und kannst dir auch direkt selbst ein Profil erstellen, um mit den Familien in Kontakt zu treten oder suche auf Facebook nach Gruppen, die sich Au Pair in X (X einfach durch Ort/Land ersetzen) nennen. Nicht nur Facebook, sondern auch die Websites sind kostenlos.

Falls du doch eher auf Nummer Sicher gehen möchtest – bei meiner damaligen Suche bin ich auf mehrere Organisationen gestoßen, die ein Au-Pair-Jahr anbieten, meine beiden Lieblinge waren Travelworks und AISF, schau da doch einfach mal vorbei, vielleicht findest du dort das passende Angebot für dich (nicht gesponsert).

Was wird bei Organisationen benötigt?

Was man bei Organisationen jedoch beachten muss, ist, dass man meist eine gewisse Kinderbetreuungserfahrung in Form von einem Zertifikat für Stunden, die man im Kindergarten oder in ähnlichen Einrichtungen gearbeitet hat, vorweisen muss und auch eine Gebühr für Vermittlung und sämtliche Zusatzkosten bezahlt.

Diese Zertifikate braucht man weder auf Facebook, noch bei den Websites, ich würde aber jedem, der vorher noch kein Babysitting oder Ähnliches gemacht hat, ein Praktikum, bei dem man mit Kindern arbeitet, empfehlen, denn oft wird unterschätzt, dass Kinderbetreuung doch sehr anspruchsvoll und anstrengend sein kann. So ist es gut, hier in Deutschland zu testen, ob ein Au Pair-Job wirklich das Richtige für dich ist.

Wie viel meine Entscheidung aus?

Ich selbst habe mich gegen eine Organisation entschieden, da in Australien die Websites und die Facebook-Gruppen auch bei den Gastfamilien schon echt bekannt sind und man hier sehr, sehr einfach eine passende Familie finden kann, auch noch sehr kurzfristig oder nur für eine kurze Aufenthaltsdauer – in anderen Länder mag das anders sein, aber hier spiegelt sich einfach die australische Mentalität wieder.

Ich habe mir also ein Profil auf beiden Websites erstellt und bin auf Facebook seriösen Vermittlungsgruppen beigetreten. Auf Facebook habe ich ein paar Informationen über mich und meine Suche (Zeitraum, Gegend…) hochgeladen und prompt auch ein paar Antworten erhalten. Nach mehreren Skype-Gesprächen stand es dann fest, im November 2016 werde ich für 8 Monate nach Australien gehen.

Wenn du unschlüssig bist in welcher Region du gerne leben würdest, dann nimm dir unseren “Beste Reisezeit”-Artikel zu Hilfe. Suche dir das Wetter und die Region, die zu dir passt.

Familie? Check. Und was noch?

Visum

Bevor ich jedoch meinen Flug buchen konnte, wollte ich erst sicher gehen, dass ich auch eine Aufenthaltsgenehmigung erhalte. Seit einigen Jahren hat Deutschland mit Neuseeland, Kanada, Japan, Südkorea, Hongkong, Taiwan und Australien ein bilaterales Abkommen abgeschlossen, welches regelt, dass junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren für bis zu 12 Monate im jeweiligen Staat leben, arbeiten und reisen dürfen, kurz Working Holiday Visum genannt (weitere Bedingungen, mehr Informationen, alles weitere zur Bewerbung, etc. findest du hier).

Die Bewerbung ist wirklich nicht kompliziert, man muss nur seine allgemeine Daten vom Reisepass angeben (bitte, konzentriert euch und kontrolliert die Buchstaben und Zahlen doppelt und dreifach – ein Freund von mir musste am Flughafen in Deutschland feststellen, dass sein Visum nicht gültig war, weil er sich vertippt hatte und durfte seine Reise dann nicht antreten) und einen Fragebogen, mit dem sich Australien vor Krankheiten etc. schützen möchte, ausfüllen und wenige Stunden bis Tage später, nachdem man die Gebühr von momentan 440 AUD (was etwa 315 EUR entspricht) bezahlt hat, bekommt man die Bestätigung per Email, die man dann nur noch ausdrucken muss und fertig.

Krankenversicherung

Um auch Australien krankenversichert zu sein, habe ich mich zunächst mit meiner deutschen Krankenkasse in Verbindung gesetzt, weil diese oft selbst Auslandsversicherungen anbieten oder Kooperationen mit Auslandsversicherungen haben. Letzteres war bei meiner Krankenkasse, der DAK, der Fall. Sie hat mich zur Hanse Merkur Versicherungsgruppe weitergeleitet, mit der ich dann, wie viele Bagpacker auch, eine Auslandsversicherung für Australien abgeschlossen habe. Hier empfiehlt es sich auf jeden Fall Preise zu vergleichen, da es sehr unterschiedliche Angebote gibt!

Flugtickets

So, nun fehlt nur noch der Flug und schon steht dem Abenteuer fast nichts mehr im Wege. Ich kann dafür echt die Reiseagentur Sta travel empfehlen, die kennen sich super mit Bagpacker-Reisen aus, sind im Vergleich zu normalen Suchmaschinen kaum teurer und haben echt einen super Service. Sie sind auf all meine Wünsche eingegangen und auch nach der Buchung standen sie mir bei jeder Frage, sei es das Handgepäck oder der Sitzplatz, zur Seite. Was ich besonders praktisch finde, ist der Multiflex-Pass für den man einmalig 29 EUR bezahlt und dann sein Rückflugdatum und -ort kostenlos ändern darf, denn spätestens nach ein paar Monaten wird man von der Spontanität und der Gelassenheit der Australier angesteckt, da kann es schon vorkommen, dass sich Pläne im Handumdrehen ändern. Hier gibt es alle Details dazu.

Dann noch schnell die Koffer gepackt – denkt immer dran – weniger ist mehr! Aber wenn ihr für längere Zeit nach Australien reist und noch Platz in euren Koffern habt, dann kauft möglichst die meisten Kosmetikartikel noch in Deutschland, denn die sind hier echt unglaublich teuer!

Und nun konnte mein Abenteuer starten, Australien lag nur noch schlappe 23 h Flugzeit von mir entfernt, und ich konnte es kaum mehr erwarten…

Gerne erzähle ich euch im nächsten Blog über meine ersten Tage hier als Au Pair, meine bisherige Lieblingsorte in Sydney, wie es sich anfühlt am anderen Ende der Welt Weihnachten zu feiern und ein paar sehr gute, hautnah getestete Au-Pair-Tipps kann ich auch noch weitergeben.

Bleibt neugierig!

Bis bald, Charlotte

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