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Lisa's Reiseblog - GROW as you GO

Ich mutig, du nicht? Werden wir alle an Zahnpasta ersticken?

Ausreden? Die Kinder, die Arbeit, keine Zeit, Unsicherheit. Es ist sinnlos dich überzeugen zu wollen, aber nach dieser Erkenntnis wirst du dein Leben ändern wollen.

Als ich vor lauter Langeweile durch das Internet browste viel mir ein Artikel von Carina Herrman von >>Pink Compass<< ins Auge: >>Das mit dem „mutig sein“ ist so eine Sache…<<, sagt sie. Als ich gespannt den Artikel las entdeckte ich, dass wir uns doch sehr ähnlich zu seien scheinen. Oder ist das ein Thema das all uns Reisende/Nomaden berührt?

Menschen, denen wir unsere Geschichte anvertrauen reagieren so beeindruckt, dass es mir schon fast peinlich ist sie zu erzählen. Ich habe dann immer das Gefühl, sie heben mich auf ein Podest (viel zu oft auch unbewusst) um mich besser bewundern zu können und um ehrlich zu sein, das schmeckt mir gar nicht. Es fühlt sich ausgrenzend an und es macht mich tierisch wütend wenn Menschen sagen: das würde ich auch so gerne machen, aber die Kinder / die Arbeit / ich hab doch gar keine Zeit und ihre Lieblingsaussage ich bin doch gar nicht so mutig wie du. Totaler Unsinn denke ich mir dann immer. Wer will, der kann. Doch nach all den Diskussionen die ich darüber geführt habe ist auch mir eines klar geworden. Es ist sinnlos jemand überzeugen zu wollen, dass er das gleiche tun kann, bis derjenige es selbst beschließt zu tun. Ich fühlte mich nach dieser Erkenntnis irgendwie erleuchtet.

Eines meiner Lieblingszitate dessen Autor ich immer wieder vergesse passt zu dieser Situation ganz großartig: Ob du sagst, dass du etwas kannst oder etwas nicht kannst. In beiden fällen hast du recht.

Wie Carina bereits bemerkt hat, bekommen wir oft zu hören:

Du bist so mutig, zu Hause alles aufzugeben.
Du bist so mutig, deinen sicheren Job zurück zu lassen.
Du bist so mutig, auszubrechen.
Und mittlerweile antworte ich in meinem Kopf jedes mal:

Ja ich bin mutig in die Welt hinaus gegangen, um frei wie ein Vogel die Schönheit der Welt zu entdecken. Es ist ein Gewinn und kein Verlust.

Ja ich bin mutig in die Welt hinaus gegangen, um herauszufinden, dass alles was ich benötige sich mir zeigen wird. Frei nach dem Motto: The world provides. (Die Welt versorgt.) Es ist ein Gewinn und kein Verlust.

Und ich hatte nie das Gefühl auszubrechen, denn tief in mir war mir schon immer bewusst, dass ich mich in keinem der traditionellen gesellschaftlichen Gefüge wiederfinde oder jemals wiederfinden werde. Also ja, auch hier bin ich mutig, allerdings würde ich es eher als mutig bezeichnen zuzugeben, dass einen der traditionelle Lebensweg nicht glücklich macht. Anstatt ihn leise weiter zu gehen.

JA WIR SIND MUTIG.

Wir sind mutig unseren Träumen anstatt unseren Ängsten zu folgen. Wir sind mutig, weil wir anstatt Verlust den Gewinn sehen, das Positive. Wir sind mutig, weil wir unserem Herzen folgen. Wir sind mutig, weil wir zugeben, wer wir wirklich sind und das auch leben. Als ich mittellos in Australien ankam, war auch das eine ungewohnte Situation mit der ich lernen musste umzugehen.

Was vielen Menschen aber nicht bewusst ist und was auch ich erst entdecken musste, ist eine essentielle Weisheit, welche dein Leben ungemein erleichtern wird!citchen knives, teach your child, little asian girl

Plötzlich hat bei mir etwas klick gemacht und ich fühlte mich, als hätte ich etwas verstanden, dass mein Leben verändern wird.

Du stehst Morgens auf und putzt dir die Zähne (im besten Fall). Aber warum?
Du überquerst die Straße ganz nebenbei. Aber warum?
Du streichelst deines Nachbarn Hund. Aber warum?
Du nennst Menschen deine Freunde, die einst fremde waren. Aber warum?
Du hast Fahrradfahren gelernt, … die Liste ist endlos.

Fällt dir etwas auf? Alles was wir bis jetzt getan haben, alles was wir tun und alles was wir tun werden hat eines gemeinsam. GEFAHR

Woher rührt Angst vor der Gefahr?

Angst ist immer die Furcht vor dem Ende. Ich muss dich also enttäuschen was dein bisheriges “sicheres” Leben angeht:

Du könntest dich genauso an der Zahnpasta verschlucken und ersticken.
Beim Überqueren der Straße könntest du überfahren werden.
Der Hund deines Nachbarn von dem du jetzt weißt das er der süßeste Schmusebär des Viertels ist, hätte dich anfallen können.
Deine Freunde waren Fremde zu denen du besser nicht ins Auto steigst.
Und Fahrräder sind nun bei weitem nicht die ungefährlichsten Fortbewegungsmittel.

Jede Handlung hatte ein erstes Mal! Ein erstes Mal das uns “Mut” (eher Überwindung) abverlangt hat etwas neues zu tun . Etwas, das wir weder kennen noch konnten. Und Stück für Stück lernten wir dazu, bis es zu Normalität wurde. Doch irgendwie scheinen die meisten Menschen nicht mehr wachsen zu wollen, sobald sie ein gewisses Level an Können erreicht haben und ruhen sich darauf aus – auch häufig als sicherer Raum bezeichnet-.

Ok! Die Zähne putzen sich also schon fast von alleine. Genauso wie all die anderen Dinge die dir so wundervoll von der Hand gehen.

Schüttelst du gerade den Kopf und denkst: Ja aber das ist doch nicht das Gleiche, dass kann man gar nicht vergleichen.?

Ist es doch!

Das Ende wird kommen egal was du tust, also genieße die Zeit davor.

Genieße jeden Augenblick. Lebe bewusst und voller Freude. Liebe dich und diese Welt.

Wir tun unser Bestes durch Intuition und Abschätzen die Risikos zu minimieren, doch am Ende ist die vermeintliche Sicherheit doch nur eine Illusion. Gefahr bleibt Gefahr. Und Gefahr ist für uns etwas das zu Tod führt. Doch auch Tod bleibt Tod. Ob du bei einem großen Abenteuer stirbst (sehr unwahrscheinlich) oder beim Zähneputzen an der Zahnpaste erstickst ist dem Tod völlig egal. Ihm ist völlig egal was du vorher getan hast, oder woran du gestorben bist. Du bist halt einfach Tod. Doch ich fände es ziemlich traurig mein Leben lang in vermeintlicher Sicherheit zu verbringen und nie zu tun, worauf ich Lust hätte – vieles zu verpassen damit ich ja nicht sterbe – um dann an Zahnpasta zu ersticken. Was für eine Scheiße das wäre! …. und bitte höre jetzt nicht auf dir die Zähne zu putzen. 😀

Also alle Situationen birgen Risikos und trotzdem gelingen sie dir. Aber warum? Ganz einfach, weil du sie einfach tust. Ich werde nicht an Zahnpasta ersticken, weil ich mir einfach die Zähne putze und ich werde immer besser darin. Das gilt für alles in meinem Leben. Am Tod selbst kann man nichts ändern. Aber auf die Zeit davor hat man Einfluss.

PS: Und ich denke auch der Tod ist kein Verlust, sondern die wohl verdiente Ruhe nach einem großen Abenteuer.

Es ist nicht der Mut der dein Leben lebt und dir Dinge ermöglicht. Es ist deine Taten-kraft die Sachen ins rollen bringt. Der Mut kommt später.

 

Meine Antwort auf Carina von Pink Compass. 🙂 Danke für die Inspiration, Sonnige Grüße und alles Liebe, Lisa

 

Meine Frage an Dich: Bist du auch der Meinung, dass ein „sicheres“ Leben die tückischste alles Gefahren ist? Und zwar die Gefahr die dich von Leben abhält?

Du findest persönliches Wachstum genauso großartig wie ich? Dann kann ich dir dieses Buch hier wärmstens empfehlen. Momentan ist es nur in Englisch auf dem Mark. Aber wenn du meine englische Rezension verstehst, wirst du gar keine Schwierigkeiten mit diesem Buch haben. Ganz im Gegenteil 😉

Feel the Fear … And Do it Anyway by Susan Jeffers

This book found me when I was in Katherine / Australia. I was in a new hostel with a whole bunch of new strangers and this book was really getting through to me. Telling me that fear hasn´t got the power to stop me; it gave me advice on how to surpass fear and living life ruled by my own choices. I felt so much more at ease and self-confident even before I finished this book. It is my all time favourite to grow my courage before I go on my next adventure.

**** Es liegt mir hier fern alle Menschen die es bevorzugen sesshaft zu sein oder die nichts am Reisen finden als Sicherheitsfanatiker, als ängstlich oder als nicht mutig zu bezeichnen. Das ist unter keinen Umständen der Fall. Jeder hat Freude an anderen Dingen. Ich zum Beispiel am Reisen. Weshalb ich diese Lebensphilosophie am Reisen selbst versucht habe zu erklären. Doch der Verzicht auf das Leben durch Ängste kann sich in allen Situationen wiederfinden. So kann jeder für sich hinterfragen was er tut, warum er es tut oder nicht tut und ob er es gerne anders machen würde wenn … es evtl. nicht dieses Risiko birgen würde. 😉

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4 Kommentare

  1. Sehr, sehr spannender Beitrag!!!!!! Vielen Dank dafür.
    Und ja, ich denke auch das gefährlichste ist zu denken, dass das Leben sicher ist. Das gefährlichste ist sich auf dem auszuruhen was man hat.. Wenn du dir einer Sache, dem sicheren Leben zum Beispiel, zu sicher bist, dann verpasst du den Moment der dir andeutet, dass du dieses Leben verlieren könntest. Nichts was man hat ist sicher und man kann auch alles wieder verlieren.

    LG Svenja

  2. Hallo Lisa.
    Ich finde Deinen Artike ganz toll.
    Ich bin 57 Jahre, war sieben ( gefühlte 20 ) Jahre in Norwegen.
    … bin nun wieder in Deutschland und habe das Gefühl das Leben steht still…rast mir aber gleichzeitig davon dem Tod entgegen.
    Ich muss hier wieder raus.
    Ich arbeite dran 🙂
    Alles Gute für Dich.

    • Lisa

      2016-11-13 at

      Hallo Monika, vielen Dank. Ich freue mich immer sehr, wenn ich mit meinen Artikeln inspirieren und helfen kann. Norwegen soll wirklich wunderschön sein. ich hoffe dort eines Tages auch mal vorbei zu kommen. Hast denn vielleicht ein paar Tipps für mich? Was ich unbedingt tun oder sehen sollte? 57 finde ich noch gar nicht alt 🙂 man wird immer nur älter, aber nie alt. Hab ich mal gehört und das klingt doch gleich viel besser oder? 😉 Wenn du das Gefühl hast, dass su die Zeit nicht mehr nutzt… Was würdest du denn noch gerne alles machen? such dir einwas raus und fang an es zu verwirklichen. Immer Stück für Stück. Würde mich freuen, wenn du mich auf dem Laufenden hälst!
      Liebe Grüße, Lisa

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